„Die Schule rollt“ machte Station in der Realschule plus in Gau-Algesheim

08.05.2017

Bordsteinkanten bewältigen und

Hilfestellung geben, mit der Veranstaltung "Die Schule rollt"

werden Schulkinder für das Thema

"Rollstuhl" sensibilisiert. Fotoquelle: Realschule plus Gau-Algesheim

Schule: "Die Veranstaltung war ein voller Erfolg."

Wie fühlt es sich an, in einem Rollstuhl zu fahren? Wie kann man Hindernisse bewältigen? Wie gestaltet sich der Alltag im Rolli? Eindrücke „er-fuhren“ – im wahren Wortsinne – Schülerinnen und Schüler der Realschule plus in Gau-Algesheim. Das Projekt „Die Schule rollt“, umgesetzt durch den TV Laubenheim, machte es möglich. Nicht-behinderte Kinder erhielten Einblicke in die Bewegungsmöglichkeiten im Rollstuhl. Das Trainerteam vom TV Laubenheim informierte über Schwierigkeiten, gab Tipps und erklärte Details über das Rollstuhlfahren und Verhaltensweisen.  

"Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Alles hat prima geklappt! Durch das Projekt haben wir in der Schule in einer anderen Form als bisher erfahren, welche Hürden Menschen mit einer Beeinträchtigung im Alltag zu bewältigen haben“, erklärte Lehrerin Silke Neundörfer-Albrecht. Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse und rege Teilnahme bei der Aktion „Die Schule rollt“. Der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz (BSV) und die Unfallkasse Rheinland-Pfalz unterstützen inhaltlich und finanziell den TV Laubenheim bei der Projektumsetzung.  

„Eigene Erfahrungen sammeln und ausprobieren – das ist gerade für Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Positive Bewegungserfahrung stärkt die Entwicklung und das Selbstbewusstsein aller Kinder. Auch für die Lehrkräfte sind die Erfahrungen von großer Bedeutung“, sind die Projektinitiatoren überzeugt. Die Lehrkräfte erhalten nützliche Informationen rund um das gemeinsame Sporttreiben.  

„Durch die Unterstützung der Unfallkasse und des BSV ist es uns möglich, das Projekt in die Schulen zu bringen und jungen Menschen den Spaß am Rollstuhlfahren aufzuzeigen. Wir möchten dazu beitragen, rollstuhlfahrende Kinder und Jugendliche im Regelsportunterricht einzubinden. Es ist einfach toll zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind und wie sich durch diese Art des Sportunterrichts neue Sichtweisen eröffnen“, erläutert das Team vom TV Laubenheim.  

„Diese Kooperation gibt den Teilnehmenden mehr Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Menschen, die beeinträchtigt sind. Auf diese Weise können wir auch Türen öffnen und Hemmschwellen abbauen“, betont Jördis Gluch, Ansprechpartnerin für Verkehrssicherheitsthemen bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.  

Das Projekt „Die Schule rollt!“ wird an rheinland-pfälzischen Regelschulen vorzugsweise in Klassen mit rollstuhlfahrenden Schülerinnen und Schülern kostenlos realisiert. Ausgestattet mit Kinderrollstühlen, einem Hindernisparcours besucht das erfahrene Projektteam Einrichtungen im ganzen Land. Der Hindernisparcours aus Rampen, Stufen und simuliertem Kopfsteinpflaster soll zeigen, mit welchen Schwierigkeiten Menschen im Rollstuhl zu kämpfen haben – und wie diese überwunden werden können. Hemmschwellen und Berührungsängste können so durch das selbstständige Ausprobieren des Rollstuhlfahrens abgebaut werden. Bei jedem Termin ist mindestens ein rollstuhlfahrender Übungsleiter mit dabei, der Fragen beantworten kann und aus seinem Erfahrungsschatz berichtet.

Konkrete Ziele des Projektes:

  • der Perspektivwechsel für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte zum Rollstuhl als Sportgerät
  • das Stärken der Kompetenz der Lehrkräfte, um die Qualität des Unterrichts zu verbessern
  • das Erleben von erwachsenen, selbstbestimmten Menschen mit Behinderung
  • das Fördern von Teilhabe und Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler mit Behinderung
  • eine Netzwerkbildung zwischen Lehrkräften, Eltern, Vereinen und Menschen mit Behinderung.  

Kontakt

Unfallkasse Rheinland-Pfalz
Orensteinstr. 10
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Telefon: 02632 960-0