Gesundheit und Wohlbefinden im Blick

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Ganzheitlich und systematisch

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) hat zum Ziel, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen im Betrieb zu erhalten und zu fördern. Ein hehres Ziel, denn der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist Gesundheit eben nicht nur die Abwesenheit von Krankheiten und Gebrechen, sondern ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Gesundheit ist nicht statisch, sondern dynamisch und veränderbar – und das zum Guten wie auch zum Schlechten hin, je nachdem, ob gesundheitsförderliche oder aber gesundheitsgefährdende Faktoren im Spiel sind.

Betriebskultur, Kommunikationsprozesse, Zusammenarbeit und Führungsverhalten spielen dabei neben den technisch-organisatorischen Arbeitsbedingungen als soziale Einflussfaktoren für die Gesundheit der Beschäftigten in einem Betrieb eine zunehmend wichtige Rolle. Hier bietet die Implementierung eines BGM die Möglichkeit zur passgenauen Verbesserung von Arbeitsorganisation, Arbeitsumgebung und Arbeitsprozessen.

Ein Betrieb, der sich für ein BGM entscheidet, entscheidet sich gleichzeitig dafür, die Gesundheit der Beschäftigten als strategischen Faktor in das Leitbild und die Kultur des Betriebs sowie in alle Strukturen und Prozesse seiner Organisation einzubeziehen. Denn das BGM zielt nicht auf Einzelmaßnahmen ab, sondern baut auf konzeptionelles Handeln. Ziel ist es, dass sich Betriebe systematisch, aktiv und nachhaltig um die Gesundheit ihrer Beschäftigten bemühen. Mithilfe des BGM sollen Sicherheit und Gesundheit  langfristig in die Betriebsstruktur integriert werden.

Im Idealfall werden beim BGM dabei sowohl Aspekte des traditionellen Arbeitsschutzes als auch der Ressourcennutzung umgesetzt – und das mit gleicher Wertigkeit und aus gutem Grund: Der finnische Sozialwissenschaftler Juhanni Illmarinnen hat in umfassenden Studien bewiesen, dass die Kombination aus individueller Gesundheitsförderung, ergonomischen Maßnahmen und verbessertem Führungsverhalten eine deutlich wirksamere Intervention ist, als die Fokussierung auf die individuelle Gesundheitsförderung allein. Die ganzheitliche betriebliche Gesundheitsförderung im Rahmen des BGM beinhaltet die Erkenntnis,

  • dass Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten eine bedeutsame Ressource und wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Betriebes sind;
  • dass Sicherheit und Gesundheit nicht allein durch Gefahrenvermeidung, sondern zusätzlich durch Ressourcenstärkung erzielt werden;
  • dass sowohl Arbeitgeberinnen bzw. Arbeitgeber als auch Beschäftigte von betrieblicher Gesundheitsförderung profitieren;
  • und dass sowohl verhaltens- als auch verhältnispräventive Maßnahmen kombiniert werden müssen.

Ganzheitliche betriebliche Gesundheitsförderung hat ein breites Spektrum möglicher Handlungsfelder. Doch eine erfolgreiche Gesundheitsförderung ist nur möglich, wenn alle Mitglieder einer Organisation einbezogen werden und aktiv darauf hinwirken. Eine Schlüsselrolle nehmen hier die Führungskräfte ein: Das BGM muss als Führungsaufgabe wahrgenommen und bei allen wichtigen Entscheidungen und in allen Verwaltungsbereichen berücksichtigt werden.

Sicherheit und Gesundheit in einem Unternehmen sind eng miteinander verknüpft. Der große Vorteil des BGM ist, dass es beide Aspekte stärken kann.

Wie kann es einem Managementansatz wie dem BGM gelingen, die Themen Sicherheit und Gesundheit möglichst in all ihren Facetten fest im Betrieb zu verankern? Warum muss es ausgerechnet ein „weiches“ Thema sein, um ein Feld wie Unfallverhütung zu beleben? Es gibt eine Reihe von Argumenten, warum das BGM ein erfolgreicher Managementansatz ist.

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BGM beinhaltet die Erarbeitung und Umsetzung von Strategien und Methoden, mit denen Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gestärkt werden sollen. Das Ziel "Gesundheit im Betrieb" kann nicht erreicht werden, wenn es als zusätzliches betriebliches Aufgabenfeld gesehen wird und nicht als integraler Bestandteil aller betrieblichen Aufgaben und Funktionen. Arbeitgeberinnen bzw. Arbeitgeber, die diese Erkenntnis verinnerlicht haben, können die Aufbau- und Ablauforganisationen ihrer Verantwortungsbereiche so optimieren, dass die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu einem wesentlichen Unternehmensvorteil werden kann. Nachhaltigkeit im Sicherheits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten wird kaum durch unkoordinierte Einzelmaßnahmen erreicht. Vielmehr gilt es, eine zielbezogene Koordination von informationellen, personellen und sachlichen Ressourcen vorzunehmen. Integration von Sicherheit und Gesundheit in die Aufbau- und Ablauforganisation ist eine Managementaufgabe, die den systematischen und kontinuierlichen Verbesserungsprozess anstrebt.

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Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können viel tun, um die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu fördern. Gemeinsames Ziel muss es sein, Gesundheitsförderung dauerhaft und nachhaltig im Betrieb zu verankern.

Das glaubwürdige Interesse der Führungskräfte an gesun­den und zufriedenen Beschäftigten gehört zu den wichtigsten Vorausset­zungen eines BGM. Ihr Engagement ist zentral. Sie haben mehr Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als ihnen oftmals bewusst ist.

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Die Landesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung in Richtung eines BGM weiterzuentwickeln und dieses als Führungsaufgabe zu verstehen. Im Jahr 2006 wurde ein erstes Rahmenkonzept von einer ressortübergreifenden Arbeitsgruppe unter Federführung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit und mit Beteiligung der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, der Arbeitsgemeinschaft der Schwerbehindertenvertretungen der obersten Landesbehörden in Rheinland-Pfalz, der Arbeitsgemeinschaften, der Personalräte der Ministerien und der Staatskanzlei erarbeitet.

Mit dem im Jahr 2016 in seiner aktualisierten Fassung veröffentlichten Rahmenkonzept „Gesundheitsmanagement in der Landesverwaltung“ liegt den Landesverwaltungen eine Orientierung vor, mit der sie das BGM weiter ausbauen können. Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler schreibt hierzu: „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der wachsenden Leistungsverdichtung und der Anforderungen durch die rasanten Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung und der kurzen Wissenshalbwertszeiten müssen die Strategien zur Gesunderhaltung und zur inhaltlichen Kompetenzerhaltung und -erweiterung der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung des Landes angepasst werden. Das Rahmenkonzept ‚Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Landesverwaltung’ wurde entsprechend aktualisiert und weiterentwickelt. Es zeigt Wege auf, wie erfolgreiches Arbeiten in der Landesverwaltung auch angesichts der zukünftigen Herausforderungen gelingen kann.“ Das Rahmenkonzept soll Anregungen und Orientierung bieten, aber auch dazu dienen, einen möglichst einheitlichen Standard in der Landesverwaltung auf dem Gebiet des Gesundheitsmanagements zu erreichen.

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Seminare

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz bietet vielfältige Seminar- und Veranstaltungsangebote rund um das Thema BGM.
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