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Unfallkasse Rheinland-Pfalz | Arbeiten von zu Hause

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Arbeiten von zu Hause

Um sicher, motiviert und produktiv arbeiten zu können, braucht es einen passenden Arbeitsplatz. Das gilt beim Arbeiten im Büro ebenso wie beim Arbeiten zu Hause. Dabei werden verschiedene Formen der Arbeit von zu Hause unterschieden, wie beispielsweise die Telearbeit und die mobile Arbeit. Die strukturierte Telearbeit unterliegt den gleichen gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Arbeitsplatzeinrichtung wie der Bildschirmarbeitsplatz im Büro (siehe Arbeitsstättenverordnung ArbStättV). Die Arbeit im sogenannten Homeoffice nimmt derzeit noch eine rechtliche Sonderstellung ein, weil für sie keine explizite Regelung in der ArbStättV besteht. Deshalb wird Homeoffice als Sonderform der mobilen Arbeit betrachtet.
Was Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu beachten haben, wie Sicherheit und Gesundheit unterstützt werden können und mit welchen einfachen Tricks die Arbeit zu Hause erleichtert werden kann, erfahren Sie auf der folgenden Seite und den weiterführenden Links.

Begriffliche Einordnung verschiedener Arbeitsorte

Unter mobiler Arbeit wird generell das Arbeiten an wechselnden Orten außerhalb des eigenen Betriebs verstanden. Dabei können elektronische und nicht elektronische Arbeitsmittel eingesetzt werden. Es besteht derzeit kein Rechtsanspruch auf mobile Arbeit. Auch wenn sie folglich nicht in der Verordnung über Arbeitsstätten geregelt ist, müssen Arbeitgebende – sofern sie ihren Beschäftigten die Möglichkeit zur mobilen Arbeit geben – die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes, des Arbeitsschutzgesetzes und des Datenschutzes beachten.

Das Arbeiten im Homeoffice ist eine besondere Form des mobilen Arbeitens, die es Beschäftigten ermöglicht, nach vorheriger Abstimmung mit dem Arbeitgeber zeitweilig im Privatbereich tätig zu sein. Es gelten für das Homeoffice die gleichen Regelungen wie in der mobilen Arbeit.

§2 Abs. 7 Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV): „Telearbeitsplätze sind vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die der Arbeitgeber eine mit den Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat. Ein Telearbeitsplatz ist vom Arbeitgeber erst dann eingerichtet, wenn Arbeitgeber und Beschäftigte die Bedingungen der Telearbeit arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung festgelegt haben und die benötigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschließlich der Kommunikationseinrichtungen durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person im Privatbereich des Beschäftigten bereitgestellt und installiert ist.“

In diesem Sinne ist die Einrichtung des Telearbeitsplatzes mit dem Bildschirmarbeitsplatz im Büro vergleichbar. Ebenso gelten beim Telearbeitsplatz die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes, des Arbeitsschutzgesetzes und des Datenschutzes. Das heißt, Arbeitgebende müssen darauf achten, dass der Raum des Telearbeitsplatzes professionell und ergonomisch ausgestattet ist. Auch eine Unterweisung und ggf. eine Schulung darf nicht fehlen. Es können mehrere Arten der Telearbeit voneinander abgegrenzt werden (siehe Abbildung).

Die Pandemie hat gezeigt, dass das Arbeiten im Homeoffice, ebenso wie die Telearbeit, sehr gut geeignet ist, das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Das Homeoffice als Form mobiler Arbeiten wird in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel unter Ziff. 2.2 definiert: „Mobiles Arbeiten ist eine Arbeitsform, die nicht in einer Arbeitsstätte gemäß § 2 Absatz 1 Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) oder an einem fest eingerichteten Telearbeitsplatz gemäß § 2 Absatz 7 ArbStättV im Privatbereich des Beschäftigten ausgeübt wird, sondern bei dem die Beschäftigten an beliebigen anderen Orten (zum Beispiel beim Kunden, in Verkehrsmitteln, in einer Wohnung) tätig werden.“

Weitere Informationen dazu finden Sie unter Covid-19 FAQ.


Was sind die gesetzlichen Anforderungen?

In jeder Arbeitsform haben Arbeitgebende ihre gesetzliche Fürsorgepflicht und Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Beschäftigten zu tragen. Im Vergleich von Telearbeit und mobiler Arbeit sind die rechtlichen Anforderungen noch einmal gegenübergestellt:

Anforderungen Telearbeit Mobile Arbeit
Anforderungen Gefährdungsbeurteilung Telearbeit Ja (§5 ArbSchG in Verbindung mit §3 ArbStättV) Mobile Arbeit Ja (§5 ArbSchG)
Anforderungen Gestaltungsvorgaben für Bildschirmarbeitsplätze gemäß ArbStättV, Anhang 6 Telearbeit Ja Mobile Arbeit Nein
Anforderungen Unterweisung Telearbeit Ja (§12 ArbSchG in Verbindung mit §6 ArbStättV) Mobile Arbeit Ja (§12 ArbSchG)
Anforderungen Angebotsuntersuchung nach §5 Nr. 1 ArbMedVV („Bildschirmarbeitsplätze“ G 37) Telearbeit Ja Mobile Arbeit Ja
Anforderungen Bereitstellung Geräte und Ausstattung Telearbeit Ja (§5 BetrSichV in Verbindung mit §2 Abs. 7 ArbStättV) Mobile Arbeit Optional, zumindest IT-technische Arbeitsmittel (§5 BetrSichV), da von der Bereitstellung privater Endgeräte (Laptops oder Tablets) durch Mitarbeitende aus datenschutzrechtlichen Gründen und zur Sicherstellung der Anforderungen an Bildschirmarbeit aus der Arbeitsstättenverordnung abzuraten ist.
Anforderungen Prüfung Geräte und Ausstattung (§4 BetrSichV) Telearbeit Ja Mobile Arbeit Ja
Anforderungen Begehung/Besichtigung Arbeitsplatz Telearbeit Ja, einmalig bei Einrichtung (§2 Abs. 7 ArbStättV). Dafür sollten Sie sich mit der Vereinbarung zur Telearbeit ein einmaliges Zugangsrecht zur Wohnung zusichern lassen. Weitere Begehungen und Besichtigungen sind nur bei Einwilligung oder Hinweisen auf besondere Gefahrensituation möglich. Mobile Arbeit Nein
Anforderungen Arbeitszeitgesetz Telearbeit Ja Mobile Arbeit Ja
Anforderungen Anforderungen an den Datenschutz (DSGVO, BDSG) Telearbeit Ja Mobile Arbeit Ja

Was ist versichert?

Mit dem Inkrafttreten des Betriebsrätemodernisierungsgesetzes gilt ein erweiterter Unfallversicherungsschutz für Beschäftigte, die mobil arbeiten.

Bislang galt bereits: Beschäftigte stehen bei mobiler Arbeit – zum Beispiel im Homeoffice – unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Versichert waren neben der eigentlichen Arbeitstätigkeit auch sogenannte Betriebswege wie der Weg zum Drucker in einem anderen Raum. Anders als im Betrieb waren Wege im eigenen Haushalt, zum Beispiel um Getränke oder Nahrung zu holen oder zur Toilette zu gehen, regelmäßig nicht versichert. In der Gesetzesbegründung heißt es dazu: „Diese Unterscheidung lässt sich vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung mobiler Arbeitsformen nicht aufrechterhalten.“ Daher bestimmt das Gesetz nun, dass bei mobiler Arbeit im selben Umfang Versicherungsschutz besteht, wie bei Ausübung der Tätigkeit in der Unternehmensstätte (siehe § 8 Absatz 1 SGB VII).

Eine weitere Änderung gibt es zum Versicherungsschutz auf den Wegen, die Beschäftigte zurücklegen, um ihre Kinder in eine externe Betreuung zu bringen. Für Beschäftigte, die im Betrieb arbeiten, gilt schon bisher: Wenn sie auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg machen, um ihr Kind zur Kita oder zur Schule zu bringen, sind sie dabei weiterhin versichert. Für Beschäftigte im Homeoffice waren Wege, um Kinder in Betreuung zu geben, bislang nicht versichert. Das hat sich nun geändert: Bringen Beschäftigte ihr Kind, das mit ihnen in einem gemeinsamen Haushalt lebt, aus dem Homeoffice zu einer externen Betreuung, stehen sie auf dem direkten Hin- und Rückweg unter gesetzlichem Versicherungsschutz (siehe § 8 Absatz 1 SGB VII). Dies, so die Gesetzesbegründung, sei auch im Interesse der Unternehmen, um die neuen Beschäftigungsformen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzusichern.


Sicher und gesund arbeiten von zu Hause

Für die Arbeit von zu Hause ergeben sich positive Effekte und neue Möglichkeiten für Arbeitgebende und Beschäftigte. Dennoch kommen auch Herausforderungen und Belastungen in der Gestaltung der Arbeit sowie in Bezug auf Sicherheit und Gesundheit auf alle Beteiligten zu.

Diese Themenfelder beleuchten wir demnächst an dieser Stelle. In unseren Seminaren wie zum Beispiel „Führung auf Distanz“ und der Seminarreihe „Arbeit im Wandel“ können Sie sich bereits jetzt mit diesen Themen beschäftigen.